Die Frage nach bekannten Bands aus Norwegen ruft dem
erprobten Musikhörer sofort Motorpsycho ins Gedächtnis. Doch in Kürze dürfte
sofort danach „Jaga Jazzist“ genannt werden. Nicht verwunderlich ist, dass
Motorpsycho Gitarrist Matthias Eick auch Mitglied von Jaga Jazzist ist und hier
neben seinen Soloprojekten, einer progressiven Form des Jazz frönt.
Jaga Jazzist verbinden moderne Elemente des Jazz mit
Elektronik und (Prog-)Rock – ihre Platten sind auf dem Coldcut-Label Ninja Tune
beheimatet, das nicht nur für musikalische Kreativität, sondern auch für
Tanzbarkeit steht. Und darum geht es Lars Hornthveth, Songschreiber und Gründer
von Jaga Jazzist. Seit 1994 verfolgt er das Ziel verschiedenste Einflüsse in
seine Musik zu integrieren. Gern genannte Einflüsse wie Charles Mingus, Tortoise,
Neptunes, Isotope 217, Sci-Fi Braziliana und Fela Kuti können nur einen kleinen
Anhaltsunkt geben, worum es sich in der Musik von Jaga Jazzist dreht.
Jaga Jazzist versteht der Hörer noch besser als grandioses
Live-Erlebnis. Das neunköpfige Ensemble versammelt neben den klassischen
Instrumenten Schlagzeug, Bass, Gitarre noch Vibraphon, Trompete, Keyboard,
Kontrabass, Tuba, Klarinette und Saxophon – das alles reicht für einen
spektakulären Live-Sound.
Im Kamp stellen sie ihren neuen Tonträger „One Armed Bandit“
(Ninja Tune/2010) vor, der den Fokus nicht mehr so sehr in „Jazz meets
Electronics“ richtet, sondern eher in die von der Band selbstbenannte Maxime
„Wagner meets Fela Kuti“ weist. Erwartet werden darf darüber hinaus die bekannte
vielseitige Ausrichtung, von denen die Alben „A Livingroom Hush“ und „The Stix“
zuvor schon gezeugt haben und ihnen Nennungen in die Plattenbestenlisten des
jeweiligen Jahres eingebracht haben.
Wer die polyrhytmischen Ergüsse der Band richtig genießen
möchte, sollte nicht vergessen ein paar Ersatzbeine mitzubringen, es sei denn
der erschöpfte Tanz auf Händen ist eine bevorzugte Alternative.